Ratgeber · Ferienhaus

Ferienhaus in Frankreich: Welche Region passt zu dir?

Stand: November 2026 · ca. 7 Minuten Lesezeit

Frankreich ist für ein Ferienhaus fast zu groß. Zwischen einem Fischerhaus in der Bretagne und einer Villa über Nizza liegen tausend Kilometer, ein anderes Klima und ein Vielfaches im Preis. Die Region entscheidet, wie oft du hinfährst, was du für dein Geld bekommst und ob sich eine Vermietung lohnt. Dieser Überblick hilft dir, die Auswahl einzugrenzen.

Drei Fragen vor der Regionswahl

Die Regionen auf einen Blick

Die Angaben sind grobe Richtwerte. Innerhalb jeder Region schwanken die Preise stark: Direkt am Meer oder in bekannten Orten zahlst du ein Vielfaches des Hinterlands.

RegionAnreise aus DeutschlandPreisniveauKlima
Elsasssehr kurz, aus Südwestdeutschland oft unter 2 Std.mittelkontinental, kalte Winter
NormandieAuto etwa 6–8 Std. aus dem Rheinlandniedrig bis mittel, Küste höhermild, oft feucht
BretagneAuto meist 9–12 Std.niedrig bis mittel, Küste höhermild, wechselhaft
DordogneAuto lang, Flug nach Bordeauxniedrig bis mittelwarme Sommer, milde Winter
Atlantikküste/LandesFlug nach Bordeaux oder Biarritzmittel, Baskenland hochwarm, windig
Okzitanien/LanguedocFlug nach Montpellier, Toulouse oder Marseilleniedrig bis mittelmediterran, heiß im Sommer
ProvenceAuto oder TGV, Flug nach Marseillehochmediterran, sonnig
Côte d'AzurFlug nach Nizzasehr hochmediterran, milde Winter

Bretagne und Normandie

Normandie: Die Region liegt Deutschland am nächsten, wenn du ans Meer willst. Die Küste ist geprägt von Steilküsten, Sandstränden und Seebädern wie Deauville oder Étretat. Im Landesinneren findest du Fachwerkhäuser und alte Bauernhöfe zu Preisen, die deutlich unter deutschen Großstadtpreisen liegen. Das Wetter ist ähnlich wie an der Nordsee. Wer Sonne sucht, wird hier nicht glücklich. Wer Ruhe, Grün und kurze Wege sucht, schon.

Bretagne: Weiter weg, aber mit einer der schönsten Küsten Europas. Granitfelsen, kleine Häfen, viele Inseln. Die Preise sind im Landesinneren niedrig, an der Küste und im Golf von Morbihan deutlich höher. Viele Häuser sind aus Stein, alt und brauchen Pflege gegen Feuchtigkeit. Achte bei Landhäusern auf die Abwasseranlage und die Heizung. Die Saison ist kurz, dafür ist der Ansturm geringer als im Süden.

Provence und Côte d'Azur

Provence: Lavendel, Olivenbäume, Bergdörfer im Luberon. Die Provence ist der Klassiker und entsprechend teuer, besonders im Luberon und rund um Aix-en-Provence. Es gibt günstigere Ecken im Var-Hinterland oder in der Haute-Provence. Die Sommer sind heiß und trocken. Prüfe bei Häusern mit viel Grün die Pflicht zur Freihaltung von Bewuchs gegen Waldbrand („débroussaillement“). Sie gilt in vielen Gemeinden des Südens und ist Aufgabe des Eigentümers.

Côte d'Azur: Nizza, Cannes, Antibes, Saint-Tropez. Hier gehört das Preisniveau zum höchsten in Frankreich, auch für kleine Wohnungen. Dafür hast du den größten internationalen Flughafen der Küste, milde Winter und eine Saison fast das ganze Jahr. In vielen Orten ist die Vermietung an Urlauber stark reguliert, und Zweitwohnsitze zahlen oft eine erhöhte Taxe d'habitation.

Okzitanien, Atlantikküste und Dordogne

Okzitanien und Languedoc: Die Mittelmeerküste westlich der Rhône ist deutlich günstiger als Provence und Côte d'Azur. Weinbaugebiete, Lagunen, die Pyrenäen in Reichweite. Die Küstenorte sind teils von großen Ferienanlagen geprägt. Schöne alte Dörfer findest du eher im Hinterland, etwa im Hérault oder im Aude. Die Sommer sind heiß, und in manchen Gemeinden wird das Wasser knapp.

Atlantikküste und Landes: Lange Sandstrände, Kiefernwälder, Surfspots. Zwischen Bordeaux und Biarritz ist die Saison lang und die Nachfrage nach Ferienhäusern hoch. Im Baskenland rund um Biarritz sind die Preise hoch und die Regeln für Zweitwohnsitze streng. In den Landes und weiter nördlich findest du günstigere Angebote. Achte bei Häusern am Meer auf Küstenerosion und auf die Einstufung im Risikogutachten.

Dordogne: Das Périgord ist seit Jahrzehnten bei Briten und Niederländern beliebt. Flusstäler, Burgen, Steinhäuser mit Pool. Das Angebot ist groß und die Preise sind moderat. Die Region ist sehr ländlich: Ohne Auto geht nichts, und außerhalb des Sommers sind viele Restaurants geschlossen. Für Selbstnutzer mit Familie oft eine gute Wahl, für Vermieter eher eine Saison von Juni bis September.

Elsass

Das Elsass ist die Region für Kurzentschlossene. Von Karlsruhe, Freiburg oder Stuttgart aus bist du schnell dort und kannst auch übers Wochenende fahren. Fachwerkdörfer, Weinstraße, die Vogesen zum Wandern und Skifahren. Viele Einheimische sprechen Deutsch oder Elsässisch. Ein Meer gibt es nicht, und die Winter sind kalt. Dafür ist das Haus auch im November und März nutzbar. Wer es vermieten will, kann auf Besucher zu den Weihnachtsmärkten und im Sommer setzen.

Vermietung an Urlauber: die Regeln

Eine möblierte Ferienwohnung heißt in Frankreich „meublé de tourisme“. Seit einem Gesetz vom November 2024, nach seiner Initiatorin oft „loi Le Meur“ genannt, sind die Regeln deutlich strenger geworden:

Frag vor dem Kauf bei der Mairie nach, welche Regeln vor Ort gelten. Sie können sich von Gemeinde zu Gemeinde stark unterscheiden. Offizielle Informationen findest du auf service-public.fr. Wie der Kauf selbst abläuft, steht im Artikel Haus kaufen in Frankreich.

Dieser Artikel gibt einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung. Preise, Steuern und Vermietungsregeln ändern sich und unterscheiden sich von Gemeinde zu Gemeinde. Prüfe sie vor einem Kauf vor Ort.

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