Ratgeber · Auswandern

Auswandern nach Dänemark: CPR-Nummer, Steuern und Alltag

Stand: November 2026 · ca. 7 Minuten Lesezeit

Als EU-Bürger brauchst du für Dänemark kein Visum und keine Arbeitserlaubnis. Trotzdem läuft dort fast nichts ohne eine Nummer: die CPR-Nummer. Mit ihr bekommst du ein Bankkonto, einen Arzt, ein Gehalt und den digitalen Zugang zu allen Behörden. Dieser Artikel zeigt die Schritte in der richtigen Reihenfolge und was dich bei Steuern, Wohnen und Auto erwartet.

Aufenthaltsdokument bei SIRI

Als EU-Bürger darfst du dich bis zu drei Monate ohne Formalitäten in Dänemark aufhalten, als Arbeitssuchender bis zu sechs Monate. Bleibst du länger, brauchst du ein EU-Aufenthaltsdokument („registreringsbevis“). Es ist keine Genehmigung, sondern bestätigt dein Recht auf Freizügigkeit.

Zuständig ist die Behörde für internationale Anwerbung und Integration, kurz SIRI („Styrelsen for International Rekruttering og Integration“). Früher war die Statsforvaltningen dafür zuständig, die es in dieser Form nicht mehr gibt. Den Antrag stellst du online und gehst danach mit Pass und Nachweisen persönlich zu einem Servicezentrum von SIRI oder einem International Citizen Service. Für Deutsche im Süden liegt ein solches Zentrum in Sønderborg.

Welche Nachweise du brauchst, hängt von deinem Status ab:

Die offiziellen Informationen findest du auf nyidanmark.dk und lifeindenmark.borger.dk, beide auch auf Englisch.

CPR-Nummer, MitID und Gesundheitskarte

Mit dem Aufenthaltsdokument und einer festen Adresse meldest du dich beim Bürgerservice („Borgerservice“) deiner Gemeinde an. Dort bekommst du die CPR-Nummer, die persönliche Identifikationsnummer. Gesetzlich sollst du dich innerhalb von fünf Tagen nach dem Umzug melden. Für die Anmeldung brauchst du in der Regel einen Mietvertrag oder Kaufvertrag.

Mit der CPR-Nummer folgen die nächsten Schritte fast automatisch:

Steuern: hoch, aber mit Gegenleistung

Dänemark hat eine der höchsten Einkommensteuern Europas. Dafür sind Gesundheit, Bildung und viele soziale Leistungen fast komplett aus Steuern bezahlt. Die Einkommensteuer setzt sich aus mehreren Teilen zusammen:

Dazu gibt es einen persönlichen Freibetrag und Abzüge, etwa für Fahrten zur Arbeit. Bei mittleren Einkommen bleiben dir unterm Strich in der Regel deutlich weniger als in Deutschland, bei hohen Einkommen liegt der Grenzsteuersatz über 50 Prozent. Sozialabgaben wie in Deutschland gibt es dafür kaum.

Für gut bezahlte Fachkräfte, die aus dem Ausland kommen, gibt es eine Sonderregel („forskerskatteordning“). Wer die Gehaltsgrenze erreicht und weitere Bedingungen erfüllt, zahlt für bis zu sieben Jahre einen pauschalen Satz von zusammen etwa 33 Prozent. Prüfe die Voraussetzungen vor Vertragsunterschrift mit deinem Arbeitgeber.

Grenzpendler: in Deutschland wohnen, in Dänemark arbeiten

Viele Deutsche im Grenzgebiet wohnen in Schleswig-Holstein und arbeiten in Dänemark. Für sie gilt in der Regel:

Die Kombination ist kompliziert, vor allem bei Rente, Kindergeld und Krankenversicherung der Familie. Beratung bieten die Grenzpendler-Infocenter in der Region, etwa das Regionskontor & Infocenter in Padborg.

Wohnen: Miete, Kauf, Andelsbolig

In Kopenhagen und Aarhus ist Wohnraum knapp und teuer. Auf dem Land und in Jütland sind Häuser oft deutlich günstiger als in vergleichbaren Lagen in Deutschland. Es gibt drei übliche Formen:

Auto: Die Registrierungssteuer

Wer seinen Wohnsitz nach Dänemark verlegt, darf ein in Deutschland zugelassenes Auto in der Regel nicht dauerhaft weiterfahren. Es muss dänisch zugelassen werden, und dabei fällt die Registrierungssteuer („registreringsafgift“) an. Sie richtet sich nach dem Wert des Autos und ist gestaffelt:

Bei teuren oder neueren Autos kommen so schnell fünfstellige Beträge zusammen. Oft ist es günstiger, das Auto in Deutschland zu verkaufen und in Dänemark eines zu kaufen. Die Berechnung und Ausnahmen, etwa für Grenzpendler, erklärt die dänische Kfz-Behörde Motorstyrelsen.

Sprache und Alltag

Fast alle Dänen sprechen gut Englisch, in Grenznähe auch oft Deutsch. Für Arbeit, Behörden und Nachbarschaft lohnt sich Dänisch trotzdem. Gemeinden bieten Neuzugezogenen Dänischkurse an, oft kostenlos oder mit geringer Eigenbeteiligung. Die Aussprache gilt als schwierig, das Lesen fällt Deutschen meist leichter.

Bezahlt wird fast überall per Karte oder mit der App MobilePay. Die Lebenshaltungskosten liegen über dem deutschen Niveau, besonders bei Lebensmitteln, Restaurants und Alkohol. Kinderbetreuung ist flächendeckend verfügbar und kostet einen einkommensabhängigen Elternbeitrag. Arbeitszeiten sind familienfreundlich, viele gehen am Nachmittag nach Hause.

Dieser Artikel gibt einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung. Regeln, Steuersätze und Zuständigkeiten ändern sich. Prüfe die Details vor dem Umzug bei den dänischen Behörden oder einem Steuerberater mit Erfahrung im deutsch-dänischen Recht.

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